Übersäuerung:Was ist das?

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Ist von einer Übersäuerung des Körpers die Rede, ist zunächst wichtig zu verstehen, wie die Säure-Base-Zusammensetzungen im Körper aufgebaut sind und wie sie ineinander wirken. Im gesunden Körper besteht ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen.

Durch den so genannten ph-Wert, wird das Verhältnis von Säuren zu Basen angegeben. Allgemein gilt, dass eine neutrale Lösung einen ph-Wert gleich 7 hat. Eine basische Lösung liegt über und eine saure Lösung unter 7. Der menschliche Organismus hat einen physiologischen ph-Blutwert von 7,35 bis 7,45. Dabei ist der Idealwert bei 7,4 angesiedelt.

Was ist der PH-Wert

“ph” steht für “potentia hydrogenii” (lat.) und bedeutet, Konzentration der Wasserstoff-Ionen. Der Mensch besteht zu 50-70% aus Wasser. In diesem Milieu laufen wichtige Stoffwechselprozesse des menschlichen Organismus ab. Dabei sind die Wasserstoff-Ionen stark ätzend und ihre Konzentration bestimmt die Säurelastigkeit einer wässrigen Lösung, d.h. je mehr Wasserstoff-Ionen umso saurer die Flüssigkeit.

Die Skala des ph-Wertes reicht von 0 (stark sauer) bis 14 (stark alkalisch). Das menschliche Blut braucht also Werte im ganz schwach basischen Bereich. Dabei ist eine Einhaltung der Normwerte im Blut lebensnotwendig, denn bei einer Abweichungen unter die Grenze droht Lebensgefahr. Bei einer Übersäuerung des Blutes unter den Wert von 7,35, sprechen die Mediziner von einer Azidose.

Übersäuerung kann lebensbedrohlich sein

Diese erfordert intensivmedizinische Maßnahmen, da das Herz-Kreislaufsystem empfindlich darauf reagiert. In schweren Fällen muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung mit anschließender Kreislauf- und Blutwertstabilisierung erfolgen. Hierbei handelt es sich um ein akutes Geschehen, welches oftmals in Verbindung mit schweren Erkrankungen des menschlichen Organismus steht.

Beispielsweise können Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Niereninsuffizienz, Leberzirrose oder Diabetes Mellitus eine solche azidotische Krise hervorrufen.

Normalerweise wird eine Übersäuerung durch Regelmechanismen der Ausscheidungsorgane verhindert. So werden zu viele Wasserstoff-Ionen, die beispielsweise über die Nahrung aufgenommen wurden, zunächst über die Nieren ausgeleitet. Daher können die ph-Werte im Urin recht stark variieren. Hier gibt es physiologische Spannbreiten von 4,8 (sauer) bis 8,0 (schwach alkalisch).

Der PH-Wert im Körper ist unterschiedlich

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Der Speichel ist mit einem ph-Wert von 7,0 bis 7,1 neutral. Dieser reagiert auf Übersäuerungen mit ph-Wert Verschiebungen. Auf Dauer schädigt ein zu saurer Speichel die Zahnsubstanz. Die Muskeln und Zellorgane liegen bei etwa 6,9 mit ihrem ph-Wert. Dies erklärt sich dadurch, dass hier Verbrennungsprozesse ablaufen, die der Energiegewinnung dienen. Dabei werden Säuren (Kohlensäure) freigesetzt.

Dies geschieht auch in den Zellen des Herzmuskels, sinkt hier der ph-Wert unter 6,2 führt dies zum Herzstillstand. Der Magen hat das sauerste Milieu mit ph-Werten von 1,2 bis 3,0. Die hier vorrätige Salzsäure spaltet Nahrungsbestandteile vor und hat zu dem eine antibakterielle Wirkung, um den Körper vor dem Eindringen von Keimen zu schützen. Der Gegenspieler hierzu ist die Bauchspeicheldrüse, denn ihr Sekret mit einem ph von 8, neutralisiert im Zwölffingerdarm die sauren Nahrungsbestandteile aus dem Magen. Diese gelangen dann in den Darm, der ph-Werte um 8 aufweist.

Die Körperregionen haben also unterschiedliche Säure-Base-Milieus. Sie spielen ineinander und gleichen sich gegenseitig aus, so lange das System Mensch im Gleichgewicht ist.

Die Ernährung ist in der Regel das Problem

Tritt eine extreme und akute Übersäuerung ein, so werden zunächst viele Wasserstoff-Ionen über die Niere ausgeschieden, da hier eine schnelle Reaktion möglich ist. Dies macht sich durch einen erhöhten Harndrang bemerkbar. Reicht das nicht aus, kommt es zu einer metabolischen Azidose, d.h. die Atmung beschleunigt sich und die Atemluft wird sauer, da der Körper versucht, die Übersäuerung über die große Lungenfläche abzuatmen.

In den Industrieländern kommt es zusätzlich zu einem schleichenden Prozess der chronischen Übersäuerung. Einerseits sorgt die dauerhafte Aufnahme zu vieler Nährstoffe für eine permanenten Überlastung aller Organe. Dazu kommen oft falsche Ernährungsgewohnheiten. Zu viel tierische Fette und Eiweiße, Alkohol, Kaffee und Zigarettenkonsum können das Gleichgewicht der Körperregelsysteme durcheinander bringen. Langsam entsteht so ein Teufelskreislauf.

Mit der allzu energiereichen Ernährung und der Einnahme von Genussdrogen in den Abendstunden, wird versucht, Stress abzubauen und zur Ruhe zu bekommen. Durch diese Substanzen wird der Körper jedoch gestört und kommt nicht mehr in den erholsamen Tiefschlaf, da er nachts gegensteuert. Der Mensch fühlt sich morgens wieder völlig ausgebrannt und müde. Abermals wird versucht dies, durch die Aufnahme schwerer Kost in großen Mengen, zu kompensieren. Durch eine gewisse Abgeschlagenheit wird die körperliche Bewegung mit den Jahren ebenfalls immer mehr eingeschränkt.

Die Aufnahme von Mineralien und Vitaminen wird zusätzlich gestört, da ein mit der Aufnahme von Fetten und Proteinen überlasteter Körper die Nährstoffaufnahme von wichtigen Spurenelementen zunehmend einschränkt.

Bitte beachten Sie, dass die hier aufgeführten Tipps und Hinweise im Zweifel den Besuch beim Arzt nicht ersetzten können.

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